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Fakultät für Informatik

Winterschule 2026: TU Dortmund im Söllerhaus mit der Freunden der HCI-Community

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Ein weites Panoramabild schneebedeckter Berggipfel unter einem klaren blauen Himmel. Im Vordergrund stehen dunkle Nadelbäume, während das Sonnenlicht die entfernten Bergrücken beleuchtet. Eine weiße Kondensstreifenlinie eines Flugzeugs zieht sich diagonal durch den Himmel und verleiht der ruhigen Alpenlandschaft Dynamik. © Sven Mayer​/​TU Dortmund
Vom 17. bis 23. Januar 2026 hatten Mitglieder der Arbeitsgruppe Mensch-KI-Interaktion der TU Dortmund die Gelegenheit, an der Winterschule 2026 im Söllerhaus in Österreich teilzunehmen. Wir wurden freundlicherweise von unseren Kollegen der LMU München eingeladen, die diese Winterschulreihe seit über zehn Jahren organisieren und sie weiterhin als zentralen Treffpunkt der Forschungsgemeinschaft im Bereich Mensch-KI-Interaktion und Künstliche Intelligenz gestalten.

Eingebettet in eine schneebedeckte Berglandschaft unter strahlend blauem Himmel bot das Söllerhaus die ganze Woche über ein inspirierendes und konzentriertes Umfeld. Viele Teilnehmende begannen ihren Tag mit Skifahren, bevor sie sich zu einem intensiven akademischen Austausch trafen. Die Abgeschiedenheit vom Alltag ermöglichte es allen, sich ohne die üblichen Ablenkungen des Büroalltags voll und ganz auf aktuelle Forschungsthemen zu konzentrieren.

Gemeinsam mit rund 50 Teilnehmenden, darunter Doktoranden, Postdoktoranden, Hochschullehrende und ausgewählte Masterstudierende, wurde das Dortmunder Team Teil einer vielfältigen und hochmotivierten Gruppe. Die Teilnehmenden kamen von verschiedenen Universitäten, darunter die Universität Oslo, die Lancaster University und die HU Berlin. Die unterschiedlichen Karrierestufen und institutionellen Hintergründe förderten einen offenen Austausch und gegenseitiges Lernen. In diesem Jahr nahm auch das neu gegründete Team „Mensch-KI-Interaktion“ (HAII) der TU Dortmund an der Winterschule teil, bestehend aus Ankur Bhatt, Lisa Townsend, Matthias Schmidmaier, Toan Nguyen und der zukünftigen Doktorandin Fiona Lau. Für das Team war dies eine wichtige Gelegenheit, sich mit der breiteren europäischen Forschungsgemeinschaft zu vernetzen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kooperationen zu vertiefen.

Das Programm war in zwei thematische Blöcke gegliedert. Der erste Block konzentrierte sich auf angewandte KI in der Mensch-Computer-Interaktionsforschung und behandelte Themen wie KI-gestütztes Schreiben, Versuchsplanung, Reinforcement Learning und ethische Aspekte der KI-gestützten Inhaltserstellung. Der zweite Block untersuchte multimodale generative Modelle für Text, Bilder und Video sowie deren Anwendungen in Augmented Reality, Chatbots und Technologien für das Wohlbefinden. Ein prägendes Merkmal der Winterschule war ihr hochgradig interaktives Format. Viele Sitzungen waren auf Gruppenarbeit, praktische Übungen und kollaboratives Problemlösen ausgelegt. Dieser Ansatz ermöglichte es den Teilnehmenden, sich aktiv mit neuen Werkzeugen und Methoden auseinanderzusetzen, anstatt sie nur passiv zu beobachten.

Am Wochenende leiteten Prof. Albrecht Schmidt und Prof. Sven Mayer einen praktischen Workshop zum Thema „Wissenschaftliches Schreiben mit KI-Unterstützung“. Neben dem Verständnis der neuen Tools sind die Grundlagen für ein gutes Abstract ebenso wichtig. Prof. Sven Mayer gab im Rahmen des Programms eine Einführung in Reinforcement Learning und konzentrierte sich dabei auf die Verbindung dieser Konzepte zum Reinforcement Learning mit menschlichem Feedback. Dieser Workshop half den Teilnehmenden, die Schlüsselmechanismen moderner interaktiver KI-Systeme besser zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie in seinem Vortrag zu Human-Centered Machine Learning. Zusätzlich hielt Matthias Schmidmaier von der TU Dortmund einen Einführungsseminar zum Thema „Echtzeitinteraktion mit intelligenten Agenten in der Nutzerforschung“, in dem er Erfahrungen aus der Entwicklung und Evaluierung von Agentensystemen vorstellte.

Künstliche Intelligenz prägt zunehmend die Gestaltung und Evaluierung interaktiver Systeme. Für HCI-Forschende ist es daher unerlässlich, über neue Tools, Methoden und Grenzen informiert zu bleiben. Die Winterschule bot einen strukturierten Rahmen, um sich intensiv mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Die Sessions zu generativen Modellen, Retrieval-gestützter Generierung, KI-gestützter Hardware und qualitativer Datenanalyse mit LLM-Studierenden verbanden technisches Wissen mit kritischer Reflexion. Die Teilnehmenden diskutierten nicht nur die Anwendung dieser Technologien, sondern auch deren verantwortungsvolle und sinnvolle Nutzung in der Forschung. Aus Sicht der TU Dortmund war diese umfassende Auseinandersetzung mit aktuellen KI-Techniken besonders wertvoll, um laufende Projekte mit modernsten Methoden abzustimmen und neue Forschungsrichtungen zu identifizieren.

Neben dem individuellen Lernen spielte die Winterschool eine wichtige Rolle bei der Stärkung von Forschungsnetzwerken. Informelle Gespräche bei den Mahlzeiten, Abendveranstaltungen und gemeinsamen Aktivitäten ergänzten das akademische Programm und förderten den offenen Austausch. Mehrere Doktoranden verschiedener Universitäten haben bereits gemeinsame Projektideen initiiert und planen, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Diese entstehenden Kooperationen spiegeln die langfristige Wirkung der Winterschool als Plattform für nachhaltige Kooperation wider. Doch nicht nur Projekte sind wichtig, sondern auch der Aufbau eines Netzwerks von Gleichgesinnten ist essenziell, insbesondere in der frühen Phase einer Promotion. Für die HAII-Gruppe bilden diese Verbindungen eine solide Grundlage für zukünftige gemeinsame Projekte, Besuche und Publikationen mit Partnerinstitutionen, darunter die LMU München und andere beteiligte Universitäten.