Treffen mit Studierenden der Kognitionswissenschaft in Tübingen
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Letzte Woche nahm Herr Prof. Dr. Sven Mayer an der Panel-Diskussion auf der Cognitive Science Conference of Students (CosCos) 2026 in Tübingen teil, zusammen mit Prof. Dr. Esther Kühn, Prof. Dr. Evelyn Ferstl, und Prof. Dr. Volker Franz. Carlotta Ruths, eine Bachelor-Studentin der Universität Osnabrück, moderierte die Runde. Das Panel konzentrierte sich auf die Zukunft der Kognitionswissenschaft und ihre wachsende Schnittmenge mit künstlicher Intelligenz, der Gesellschaft und interdisziplinärer Forschung.
Während der gesamten Diskussion war die sich verändernde Beziehung zwischen Menschen und zunehmend fähigeren KI-Systemen ein wiederkehrendes Thema. Anstatt sich nur auf den technologischen Fortschritt zu konzentrieren, betonte das Panel, wie wichtig es ist, Systeme zu entwickeln, die verständlich, kontrollierbar und menschenzentriert bleiben. Das Gespräch machte deutlich, wie die Kognitionswissenschaft auf einzigartige Weise Perspektiven aus der Informatik, Psychologie, den Neurowissenschaften, der Linguistik und der Mensch-Computer-Interaktion (HCI) verbindet, um den gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, die sich aus modernen KI-Technologien ergeben.
Das Panel befasste sich auch mit allgemeineren Fragen rund um Verantwortung, gesellschaftliche Auswirkungen, die Zukunft der Forschung und die Frage, wie Studierende der Kognitionswissenschaft von diesen laufenden Veränderungen betroffen sein könnten. Frau Prof. Kühn betonte mit ihrer engen Verbindung zur Medizin die Notwendigkeit, die ethischen Implikationen unserer Forschung sorgfältig zu reflektieren. In den Diskussionen wurde untersucht, wie KI-Systeme die Kommunikation und soziale Normen beeinflussen, welche Verantwortung Forschende übernehmen, wenn ihre Arbeit zu Technologien beiträgt, die im großen Maßstab eingesetzt werden, und welche Fähigkeiten Studierende und Forschende in einer zunehmend KI-gesteuerten Welt in Zukunft benötigen werden. Hierbei betonte Herr Prof. Mayer, dass die Fähigkeit, KI effektiv zu nutzen, in Zukunft immer wichtiger werden wird. Gleichzeitig argumentierte er, dass das grundlegende Handwerk der Wissenschaft in der universitären Ausbildung nach wie vor ordnungsgemäß vermittelt werden muss. Laut Herrn Prof. Mayer ist es eine Herausforderung, sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen als auch die praktische Nutzung von KI gleichzeitig in traditionellen Vorlesungen zu lehren. Stattdessen schlug er vor, dass spezielle Kurse für die Arbeit mit KI-Systemen notwendig werden könnten, um sicherzustellen, dass die Studierenden sowohl ein starkes Fundament in ihren jeweiligen Disziplinen entwickeln als auch lernen, wie sie moderne KI-Werkzeuge in der Praxis verantwortungsvoll und effektiv anwenden.
Was das Panel besonders spannend machte, war das große Engagement der Studierenden im Publikum. Viele Fragen drehten sich um Verantwortung, gesellschaftliche Auswirkungen, mentale Gesundheit, Wissenschaftskultur und die zukünftige Rolle der Kognitionswissenschaft in der Gesellschaft. Das Publikum forderte das Panel mit tiefgründigen Fragen heraus, was widerspiegelt, wie stark viele Studierende derzeit versuchen, sich in der sich schnell verändernden Landschaft der Kognitionswissenschaft zu positionieren und die Rolle zu verstehen, die sie bei der Gestaltung zukünftiger Technologien spielen wollen.
Gleichzeitig betonten alle Panel-Teilnehmenden, dass genau diese Interdisziplinarität eine der größten Stärken der Kognitionswissenschaft ist. Die Studierenden wurden ermutigt, ihre breite Ausbildung nicht als Einschränkung zu sehen, sondern als Chance, Disziplinen, Perspektiven und Methoden miteinander zu verbinden. Gerade in einer Zukunft, die von KI und zunehmend komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt ist, könnte die Fähigkeit, Brücken zwischen Fachgebieten zu schlagen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen zu erleichtern, wichtiger denn je sein.
