Die Robotic Zukunft der Mensch-Gebäude Interaktion
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Evidenzbasierte Forschung zeigt, dass die gebaute Umwelt das Verhalten, die Gesundheit, die Resilienz, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Menschen beeinflusst. Doch obwohl die meisten menschlichen Aktivitäten situationsabhängig sind, bleiben unsere Innenräume statisch; und obwohl die meisten menschlichen Bedürfnisse persönlicher Natur sind, werden unsere Umweltbedingungen immer noch für Durchschnittsstandards optimiert.
Jüngste Fortschritte in der Robotik und der künstlichen Intelligenz machen es nun möglich, Innenräume dynamisch neu zu konfigurieren. Dies geschieht durch die Steuerung architektonischer Systeme – einschließlich Beleuchtung, Temperatur, Belüftung, Akustik und Beschattung - sowie durch die Bewegung physischer Elemente auf der Ebene von Möbeln, Räumen oder sogar ganzen Gebäuden.
Dieser Paradigmenwechsel birgt ein transformatives Potenzial: Die robotische Rekonfiguration der gebauten Umwelt kann nicht nur hochgradig optimierte Teilräume auf spezifische Bedürfnisse und Aktivitäten der Nutzenden zuschneiden, sondern auch eine neuartige Architektursprache hervorrufen, die aus dem dynamischen Zusammenspiel von Mensch und Raum entsteht.
Dieses Seminar befasst sich mit vier interdisziplinären Themen:
- Robotik. Im Gegensatz zu Industrie- oder Servicerobotern, deren Formen und Funktionen relativ klar definiert sind, fehlt der robotischen Mensch-Gebäude-Interaktion (HBI) noch ein etabliertes Repertoire an physischen Erscheinungsformen, räumlichen Verhaltensweisen oder erfahrbaren Kapazitäten. Wie sieht der Gestaltungsraum der Verkörperung von Mensch und Gebäude im architektonischen Kontext aus?
- Interaktion. Robotische Agenten können zunehmend beeinflussen, wie Nutzende ihre Vorschläge wahrnehmen, ihnen vertrauen und ihnen folgen. Die Übertragung dieser Erkenntnisse aus der Mensch-Roboter-Interaktion (HRI) auf die robotische HBI - bei der diese Agenten in die Struktur unserer gebauten Umwelt integriert sind – ist jedoch noch kaum erforscht. Wie sollten wir mit Gebäuden interagieren, und welchen Funktionen sollte diese Interaktion dienen, wenn der Raum die Schnittstelle ist?
- Methodik. Von der Erkennung der unvorhersehbaren Bedürfnisse und Absichten der Nutzenden bis hin zur Einschätzung der situativen Bedingungen, die die robotischen Bewegungen auslösen sollten: Es bedarf neuer Methodiken, um zu untersuchen, wie robotische HBI in der Praxis (mit)gestaltet, implementiert und evaluiert werden kann. Wie sollten Kontroll- und Entscheidungsstrategien zwischen Mensch und Gebäude gelenkt werden, um unsere gelebte Erfahrung gezielt zu formen?
- KI. Künstliche Intelligenz wird zunehmend in Gebäudemanagementsysteme integriert, um die Bedingungen in Innenräumen zu optimieren. Im Kontext der robotischen HBI eröffnet KI auch neue Möglichkeiten für eine bidirektionale Autonomie zwischen den Nutzenden und ihrer Umwelt. Wie können KI-Systeme, die diese Mensch-Gebäude Interaktion steuern, dauerhaft vorteilhaft und vertrauenswürdig bleiben?
Organisatoren:
- Burçin Becerik-Gerber (USC – Los Angeles, USA)
- Michael Gienger (Honda Research Institute Europe – Offenbach, DE)
- Sven Mayer (Technische Universität Dortmund, DE)
- Andrew Vande Moere (KU Leuven, BE)
Website: https://www.dagstuhl.de/de/seminars/seminar-calendar/seminar-details/26451
